D/E/F/I

Die Reihe von Symposien, organisiert in Verbindung mit dem offiziellen Schweizer Beitrag zur 11. Architektur-Biennale in Venedig, versucht die Debatte zu beleben, vorgegebene Konzepte zu hinterfragen und das Tätigkeitsfeld der Architekturforschung im Verhältnis zu Lehre und Entwurf zu erweitern. Die sieben Anlässe dienen einer kritischen Reflexion über Entwurfsmethoden, Netzwerke, Didaktik und Technologie. Ziel ist, die Bedeutung von «Entwurfsforschung» in der Architektur als angewandter Wissenschaft zu diskutieren, ein alternatives Verständnis eines Begriffs und eines Forschungsfelds zu ermöglichen, die einer genauen Definition noch immer entbehren.

In einer Zeit merklichen technologischen und sozioökonomischen Wandels kann sich Architektur nicht mehr auf vorgegebene Konzepte, etablierte Typologien und Entwurfsmethoden verlassen – genauso wenig wie die Architekturausbildung. Statt eine bestimmte formale Schule, einen bestimmten akademischen Stil oder eine pädagogische Orthodoxie zu verewigen, sollten die Institutionen sich auf eine kritische Überprüfung der Designprozesse selbst konzentrieren, mit dem Ziel, neue Modelle kollektiver Lern- und Forschungspraktiken zu formulieren.

Wie kann Forschung in einem Gebiet wie dem Architekturdesign definiert werden? Wie kann Forschung in einer designorientierten und kreativ-technischen Disziplin semantisch erfasst werden? Welches Potential kann durch die Nutzung der Lehre als Forschungsapparat ausgeschöpft werden? Diese Diskussionsreihe stellt zentrale Punkte des Nachdenkens über Architektur zur Debatte, indem sie die Widersprüche und die Vielschichtigkeit der räumlichen, organisatorischen und technologischen Dynamik in den Brennpunkt rückt, die jede Diskussion des Faches kennzeichnen. Architektur gründet fast definitionsgemäss auf dem Experiment und ungelenken Übergriffen auf unterschiedlichste Wissensbestände, die Disziplinengrenzen in Frage stellen, sie neu definieren und neues Terrain eröffnen.